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Radfahranlagen

Je nach Örtlichkeit sind verschiedene Anlagen für RadfahrerInnen möglich und notwendig. Es können aus Kosten- und Platzgründen nicht überall Radwege gebaut werden, und sie sind nicht immer die beste Gesamtlösung. Daher müssen oft andere Lösungen wie Mehrzweckstreifen, Radfahren gegen die Einbahn oder die Mitbenützung von Gehsteigen überlegt werden. Jede Lösung hat ihre Vor- und Nachteile.

Radwege

Radwege sind sehr sicher und bequem. Ein vorrangiges Ziel für die Fahrradpolitik ist daher die Errichtung von Radwegen entlang allen stark befahrenen Hauptstraßen. Heute ist die Verkehrspolitik endlich so weit, dass bei fast allen neuen Straßen Radwege automatisch miterrichtet werden. Ein gutes Beispiel ist die B3 zwischen Leopoldauer Straße und Donaufelder Straße.

21. Der Radweg entlang der B3 (Abschnitt Brünner Straße/Donaufelder Straße) wurde beim Bau der Straße gleich miterrichtet und wird gerne benützt.

Radwege sind aber sehr teuer zu bauen und brauchen viel Platz. Bei vorhandenen Straßenzügen können Radwege, wenn überhaupt, nur bei einer vollständigen Umgestaltung der Straße errichtet werden.

Zwischen Fußweg und Radweg muss aber unbedingt, so wie am Bild, eine bauliche Trennung vorhanden sein. Die abgebildete Trennung mit einer etwa 3 cm hohen, schrägen Kante ist heute Standard und wird von FußgängerInnen respektiert. Wenn ein Hindernis am Radweg vorhanden sein sollte, können RadfahrerInnen ohne Sturzgefahr auf den Gehweg ausweichen. Nur ein aufgepinselter Strich wird von FußgängerInnen nicht wahrgenommen; sie driften früher oder später auf den Radweg hinüber, und es kommt zu Konflikten. Da ist keine Trennung besser als nur ein Strich am Boden.

Mehrzweckstreifen

Bei vorhandenen Straßenzügen ist meistens kein Platz für einen Radweg. Ist die Verkehrsbelastung nicht zu hoch, ist der Mehrzweckstreifen eine billige und schnell zu realisierende Maßnahme, um die Bedingungen für RadfahrerInnen zu verbessern.

21. Der Mehrzweckstreifen in der Jedleseer Straße wurde von Anfang an gerne und richtig verwendet. Die Kernfahrbahn ist so breit, dass ein PKW problemlos vorbeifahren kann. Breitere Fahrzeuge (Busse oder LKWs) müssen, wenn der Mehrzweckstreifen gerade von RadfahrerInnen benützt wird, auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Ist der Mehrzweckstreifen unbenützt, darf das breitere Fahrzeug ihn mitbenützen.

Radfahren gegen die Einbahn

Die einfachste und zugleich wirkungsvollste Maßnahme, den Radverkehr schnell zu fördern, ist Radfahren gegen die Einbahn. In verkehrsberuhigten Straßen (Tempo 30) kann man in den meisten Fällen problemlos auf der Fahrbahn fahren, eine baulich getrennte Anlage ist nicht notwendig. Werden RadfahrerInnen nicht gezwungen, künstliche Umwege in Kauf zu nehmen - die nur den Zweck erfüllen, den Autoverkehr aus den Wohngebieten zu halten - dann sind sie genau so schnell wie RadfahrerInnen auf der parallel verlaufenden Hauptstraße. In Floridsdorf dürfen RadfahrerInnen in 84 Einbahnen legal gegen die Einbahnrichtung fahren, in Donaustadt ist dies in 45 Einbahnen der Fall.

Mehr über Radfahren gegen die Einbahn erfahen Sie hier.

21. Voltagasse. Radfahren gegen die Einbahn ist genau so sicher - wenn nicht sicherer - wie Radfahren in die Einbahnrichtung. RadfahrerInnen und AutofahrerInnen haben Sichtkontakt und können so das Verhalten aufeinander abstimmen.

Radfahren auf Fußwegen

In vielen Fällen ist es sinnvoll und möglich, Fußwege auch für RadfahrerInnen freizugeben. Voraussetzung ist eine Breite, die für die Zahl der RadfahrerInnen und FußgängerInnen an der jeweiligen Örtlichkeit ausreichend ist.

21. Linke Nordbahngasse. Der Fußweg ist 4,0 m breit und somit ist eine gemeinsame Benützung durch RadfahrerInnen und FußgängerInnen problemlos möglich. Speziell zu bemerken ist das Nichtvorhandensein einer Trennung zwischen FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Eine Trennung nur mit einer Bodenmarkierung wird von FußgängerInnen nicht respektiert, was zu Konflikten zwischen RadfahrerInnen und den FußgängerInnen führt. Die einzig wirkungsvolle Trennung ist eine bauliche, aber sie ist sehr teuer und in vielen Fällen überhaupt nicht nötig.
21. Lorettoplatz. Wie man sieht, ignorieren FußgängerInnen die Bodenmarkierungen vollständig. Die Markierung sollte wieder entfernt werden. Sie verursacht nur Probleme.
21. Franklinstraße. Ohne Trennung funktioniert die Nutzung der Verkehrsflächen ohne Probleme, auch wenn sehr viele FußgängerInnen und RadfahrerInnen unterwegs sind. Keiner fühlt sich im Recht, sondern alle nehmen Rücksicht aufeinander.
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Andrzej Felczak, 27. April 2008