Radabstellanlagen - ein wichtiges Element der RadverkehrsförderungSehr viele Menschen verwenden das Fahrrad, um einzukaufen, zur Schule oder zur Straßenbahn, Schnellbahn oder U-Bahn zu kommen. Bei vielen Geschäften oder Haltestellen fehlen aber geeignete Radabstellanlagen oder die Zahl der Plätze ist zu gering. Wenn man dieses Manko behebt, wird das Verkehrsmittel Fahrrad noch attraktiver. Anforderungen an RadabstellanlagenBei einer Fahrradabstellanlage spielen folgende Merkmale eine wichtige Rolle:Befestigung des FahrradesBei einer Radabstellanlage ist es wichtig, dass das Fahrrad sicher abgestellt und befestigt werden kann. Nur hochqualitative Fahrradständer erfüllen alle Anforderungen. Siehe auch die ARGUS Radständer-Bewertung
Beleuchtung der RadabstellanlageDie wichtigste Anforderung ist eine gute Beleuchtung. Sie erschwert die "Arbeit" für Diebe und Vandalen erheblich. Zusätzlich gibt eine gute Beleuchtung Frauen ein sichereres Gefühl. Ein Faktum, das nicht unterschätzt werden soll.
Einsicht bei den RadabstellanlagenEs ist sehr wichtig, dass die Fahrradabstellanlage dort aufgestellt wird, wo die meisten PassantInnen vorbeigehen. Können die ÜbeltäterInnen nicht ungestört ihr Unheil verrichten, verzichten sie oft darauf. Ideal ist es, wenn Bus- oder StrassenbahnfahrerInnen bei einer Endhaltestelle die Radabstellanlage im Blickfeld haben.
Überdachung der RadabstellanlageEine Überdachung erhöht den Komfort für die Radfahrer erheblich, das weiß jeder, der sich auf einen nassen Fahrradsattel setzten musste. Das Fahrrad ist auch gegen Nässe besser geschützt und rostet nicht.
Überdachte Radabstellanlagen führen zu einer Aufwertung des Verkehrsmittels Fahrrad und sind eine der besten Werbemaßnahmen für den Umstieg auf dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel. Bei größeren Radabstellanlagen, z.B. bei U- und S-Bahn-Haltestellen, sollte eine Überdachung selbstverständlich sein. Da bei Schlechtwetter weniger Menschen mit dem Rad kommen muss nicht die gesamte Radabstellanlage überdacht sein. ARGUS meint, dass eine Überdachung von ein Drittel bis zur Hälfte der Radabstellplätze ein guter Kompromiss zwischen Komfort und Wirtschaftlichkeit darstellt. Überdachte Fahrradabstellanlagen kosten zwischen 200 und 400 Euro pro Radabstellplatz. Zum Vergleich: bei der geplanten P+R-Anlage Strebersdorf wird die Errichtung eines Autoabstellplatzes mit etwa 3100 Euro zu Buche schlagen!
Mehr über Fahrradüberdachungen erfahren Sie hier!
FahrradboxenSehr viele Menschen, insbesondere solche die viel fahren, besitzen heute gute und teure Fahrräder. Beim Benützen dieser Räder ergibt sich aber oft das Problem, dass sie dann leider beschädigt werden, verschwinden oder Teile gestohlen werden. Fahrradboxen sind der ideale Schutz gegen Wetter und Vandalismus und jede größere oder abgelegenere Radabstellanlage sollte mit einigen versperrbaren Fahrradboxen ergänzt werden.
Die fünf Fahrradboxen werden von den ÖBB verwaltet und werden für jeweils einen Jahr vermietet. Die Jahresmiete beträgt 107 Euro (Stand April 2003). Zu diesem Zeitpunkt waren alle Boxen vermietet. Die Box kann versperrt werden und drinnen gibt es Platz für zwei Fahrräder. Zwei Wandhaken für z.B. Regenkleidung sind auch vorhanden. Die Vermietung erfolgt beim Kassenschalter, der Park & Ride Projektleiter ist Ing. Thomas Gruber, 0664/6170179. Mehr über Fahrradboxen erfahren Sie hier!
Flächenverbrauch und KostenBei einer Radabstellanlage mit Fahrradbügel erfordert jedes Fahrrad eine Fläche von 4 m2 (einschließlich Manövrierflächen). Bei einem Grundstückspreis von EUR 360/m2 in Floridsdorf/Donaustadt betragen die Grundstückskosten EUR 1.440 je Fahrradabstellplatz. Da die Fahrradabstellanlagen oft auf nicht genutzten Restflächen aufgestellt werden können, sind die tatsächlichen Kosten erheblich geringer. Als Vergleich können die Kosten für einen Parkplatz angeführt werden. Pro Auto sind etwa 20 m2 (einschließlich Manövrierflächen) erforderlich. Beim gleichen Grundstückspreis wie oben ist jeder Autoabstellplatz EUR 7.200 wert! Werden die Kosten für Garagenplätze verglichen, sieht das Verhältnis noch extremer aus. Die geplante Volksgarage in Floridsdorf-Jedlesee wird 20.000 Euro pro Autoabstellplatz verschlingen. Bei dieser Summe wirken die Kosten für die Fahrradbügel, nämlich EUR 91,- je Fahrrad, lächerlich gering. Für die Kosten eines einzigen Abstellplatzes in einer Volksgarage könnte man Bügel für 200 (zweihundert!) Fahrräder aufstellen. Dass trotzdem so viele gefördete Garagen gebaut werden, während sich die Stadt Wien bei der Aufstellung von Fahrradbügeln auf private Sponsoren ausredet, zeigt, wie verschieden die Prioritäten sind. Leitfaden FahrradparkenViele Planer und Entscheidungsträger haben inzwischen begriffen, dass sich "energie‚effizientes Bauen" nicht auf Gebäudehülle und Heizung reduzieren lässt. Um diesen Personen eine praxisnahe Orientierungshilfe zu bieten, hat das Energieinstitut Vorarlberg in Kooperation mit dem Land Vorarlberg den "Leitfaden Fahrradparken" entwickelt. Auf 30 Seiten werden Anforderungen für typische Anwendungsfälle beschrieben, gute und schlechte Beispiele gezeigt und Hinweise auf weiterführende Anlaufstellen geboten.
Der Leitfaden soll damit einen Beitrag zur Entwicklung einer neuen Verkehrskultur im Bauwesen leisten und helfen, die Vision von Prof. Hermann Knoflacher zumindest im Fahrradbereich zu verwirklichen: D er Fahrradstellplatz soll immer näher liegen und attraktiver sein als der Autoparkplatz. Dann - und nur dann - werden sich auch Personen ohne "Öko-Hintergrund" auch im Alltag ganz selbstverständlich zum Fahrrad greifen.
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