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Bezirkspolitik Donaustadt

Auf dieser Seite haben die Parteien in der Donaustadt die Möglichkeit ihre Position zum Radfahren in der Donaustadt zu präsentieren.

SPÖ

ÖVP

FPÖ

Grüne

 

SPÖ Donaustadt

Donaustadt: Auf dem Weg zum Radlerbezirk

Dank eines gemeinsam von der Agendagruppe Rad>>22 und der Bezirksentwicklungskommission erstellten Leitbildes für den Radverkehr in der Donaustadt und einem Maßnahmenprogramm wurden eine Vielzahl an Verbesserungen durchgeführt - einige sind bereits beschlossen und werden in naher Zukunft umgesetzt.

Für 2008 und 2009 haben wir uns wichtige Schwerpunkte gesetzt. Dazu gehören beispielsweise die Schließung des Radroutennetzes, die Verbesserung der oft mangelhaften Routenbeschilderung und die Radwegvernetzung mit dem Stadtumland - Letzteres in Zusammenarbeit mit dem Stadtumland-management.

Der Radweg entlang der Wagramerstraße wurde besser beschildert, damit beispielsweise die Routenführung über die Doningasse/Anton Sattlergasse besser ersichtlich wird. Ein besonderes Anliegen ist uns auch die Entschärfung gefährlicher Stellen und die Ausräumung von Konfliktpunkten zwischen RadfahrerInnen und FußgängerInnen.

So wurde im Rahmen von Radweg-Checks beispielsweise die kürzlich erfolgte Verlegung der unübersichtlichen Radroutenquerung der Mühlwasserstraße in Richtung Stadlau umgesetzt. Sie verläuft nun über die Kreuzung Kaisermühlenstraße. Ebenfalls in der Mühlwasserstraße konnte bereits ein Poller vom Radweg entfernt werden, den zahlreiche FahrradfahrerInnen als Gefahrenstelle meldeten.

Wir sind auf einem guten Weg, gerade auch was die Verknüpfung von Radwegen an öffentliche Verkehrsmittel angeht. So haben wir in der Bezirksvertretung den Bau eines begleitenden Radweges entlang der neuen U2 Trasse, von der Donauinsel bis Aspern, sowie geeignete Radabstellplätze an den künftigen U-Bahn Stationen beschlossen.

Ein ambitioniertes Projekt ist auch der im Herbst neue eröffnete und lange geforderte Geh- und Radweg entlang der Breitenleerstraße (Abschnitt: Ziegelhofstraße bis An der Neurisse). Am Rautenweg Abschnitt: Zinnienweg bis Rautenweg 165 wurde ein Mehrzweckstreifen für RadfahrerInnen errichtet.

Weiters konnte der Lückenschluss des Radweges über die Aspernstraße (zwischen Aspern und Hirschstetten) in der letzten Bezirksvertretungssitzung beschlossen. Mit diesem Projekt werden wir eine direkte Radverbindung der Ortskerne Eßling, Aspern, Hirschstetten und von dort weiter, über die schon bestehenden Radwege, nach Kagran und Stadlau schaffen.
Weiters binden wir damit den Radweg an die Endstelle der U2 und die Schnellbahnstation Hirschstetten sowie an das geplante Gymnasium am Contiweg an.

Gleichzeitig werden auch die Radabstellanlagen an der U1 Station Kaisermühlen (um weitere 30 Radabstellplätze (15 Bügel) erweitert, bei der VHS in der Bernoullistraße (8 Bügel =16 Radabstellplätze) und auf der Breitenleerstraße/Ecke Telefonweg bei der Busstation 24 A vier weitere Bügel (8 Abstellplätze) ausgebaut werden.

Alle aufgezählten Maßnahmen unterstützen das Konzept der attraktiven Kombination von Radverkehr und öffentlichen Verkehr (Bike and Ride) und verfolgen das Ziel die Zahl der RadfahrerInnen im Bezirk zu steigern.

Damit werden auch Forderungen der Agendagruppe RAD>>22 umgesetzt.

Radfahren in der Kleinregion

Viele Menschen schätzen den Stadtrand von Wien und das Gebiet rund um Wien als Naherholungsraum mit vielen Freizeitangeboten und immer öfter spielt das Fahrrad dabei eine Rolle. Die "Kleinregion Wien Nord Marchfeld West", in der die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt mit ihren Nachbargemeinden in Niederösterreich zusammenarbeiten, erkannte den Bedarf für eine gemeinsame, übersichtliche Rad- und Freizeitkarte für Stadtrand und Umland. Auf Initiative des Stadt-Umland-Managements (SUM), DI Renate Zuckerstätter-Semela wird nun an einer Serie von acht Karten gearbeitet, mit der die gesamte Stadtregion Wien abgedeckt wird.
Im Frühjahr 2008 wird das gesamte Set im Buchhandel erhältlich sein. Das Kartenset informiert über derzeit noch wenig bekannte, lokale Radrouten ebenso wie über touristische Radwege und die dazugehörigen Einrichtungen (vom Radverleih bis zur Einkehrmöglichkeit). Der Hinweis auf Sehenswürdigkeiten, Ausflugstipps und besonders attraktive Radtouren rundet die Information ab. Auch für den Alltagsradverkehr wird die Karte nützliche Informationen liefern (Bike and Ride, Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln, Servicestellen).

Wir freuen uns, mit diesen Projekten einen weiteren Schritt in Richtung radfahrfreundlicher Bezirk zu gehen und hoffen, dass diese Angebote schon in der kommenden Radsaison intensiv genützt werden. Denn die Aspekte, dass Radfahren Spaß macht, gesund ist und unsere Luft nicht belastet sind nur ein paar der großen Vorteile, die dieses Verkehrsmittel im Nahbereich so attraktiv macht.

Übrigens: Die Gratis-Radnetzkarte der Stadt Wien können Sie bei der Stadtinformation unter Tel.: 525 50 gratis anfordern!

Rauf auf den "Drahtesel" und rein in einen schönen donaustädter Frühling!

Mag. Josef Taucher
Bezirksvorsteher Stv. Donaustadt

 

ÖVP Donaustadt

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FPÖ Donaustadt

 

Grüne Donaustadt

Radverkehr in der Donaustadt: Weiterhin schöne Konzepte, nach wie vor zähe Umsetzung

Zumindest ein Zeichen des Gesinnungswandels zugunsten des Radverkehrs gibt es: Wenigstens, wenn eine größere Straße umgebaut wird ( wie zuletzt Breitenleer Straße und Stadlauer Straße), werden Radfahranlagen mitgebaut (ob diese aber auch immer optimal geplant sind, ist eine andere Frage). Und bei neuen U-Bahnstationen werden recht großzügig Radbügel errichtet (dazu weiter unten).
Soviel zum Positiven. Sonst überwiegen die Versäumnisse der von der SPÖ mit absoluter Mehrheit dominierten Bezirksvorstehung und der zuständigen Magistrate. Die meisten der folgenden Punkte wurden von uns im Bezirksparlament bzw. im Gemeinderat mehrfach beantragt und urgiert, von der SPÖ aber in der Praxis aber abgelehnt oder verschleppt:
A) Viel zu geringe Geldmittel:
Gemessen an der Einwohnerzahl und Fläche der Donaustadt sind die Investitionen für den Radverkehr aus dem Wiener Zentralbudget sparsam, aus den Mitteln des Bezirkes aber geradezu lachhaft gering.
  • Von der Stadt Wien zu finanzierende Lückenschlüsse im Hauptradwegenetz (das entsprechende Konzept ist mindestens 8 Jahre alt) sind erst ca. zur Hälfte umgesetzt. Insbesondere die äußere Wagramerstraße bis Süssenbrunn und die Ost-West-Verbindung über die Langobardenstraße-Erzherzog Karl-Straße sind weiter ausständig.
  • Das Bezirks-Straßenbaubudget der MA28 beträgt traditionell um die 4 Millionen Euro. Nach einem Höhepunkt im Jahr 2005, wo davon für Radverkehrsanlagen 69.000.- Euro (und damit fast "unglaubliche" 2%) vorgesehen waren, ist dieser Betrag seither auf 35.000.- Euro jährlich halbiert worden. Und davon wurden 2007 überhaupt nur 19.800.- (das sind nicht einmal 0,5% des Bezirks-Straßenbaubudgets!) ausgegeben! Und manchmal sind die investierten Geldmittel nicht wirklich gut angelegt, wie man an der Querung der Raffineriestraße sieht.

    Die um nicht wenig Geld errichtete Rampe vom Hubertusdamm zur Raffineriestraße zwischen Prater- und Ostbahnbrücke verläuft in die falsche Richtung, erfordert dadurch einen unnötigen Umweg und wird dementsprechend auch nicht angenommen (ganz abgesehen davon, dass eine Beschilderung fehlt).

    Die meisten RadfahrerInnen queren direkter, aber ungesichert. Und die Querung der Ölhafenbahn (links neben dem Baum) sowie die baumbedingte Einengung des Gehsteiges bleibt einem auch bei der Benutzung der Rampe nicht erspart. Da hätte eine radfahrfreundliche Ergänzung der Stiegenanlagen entlang der Ostbahn (im Hintergrund sichtbar) kaum mehr gekostet und sehr viel mehr gebracht.

  • Das Radverkehrs-Bezirksbudget der MA46 (Verkehrsorganisation, technische Verkehrsangelegenheiten, zuständig z.B. für Bodenmarkierungen, Radabstellanlagen und Ampeln) betrug 2007 10.000.- Euro, davon wurde aber nicht einmal ein Zehntel ausgegeben (auch dies sind nebbiche ca. 0,5% des gesamten Bezirksbudgets dieser Magistratsabteilung!).
  • Winzige Maßnahmen wie die Aufstellung zusätzlicher Radbügel oder eine bessere Beschilderung von Radrouten sind noch immer ein "Staatsakt" welcher nur durch mehrjähriges Lobbying engagierter BürgerInnen durchsetzbar wird (siehe Agenda 21-"BürgerInnenbeteiligung").
  • Weiterhin ausständig sind gesicherte Radabstellanlagen ("Fahrradboxen"). Unsere Initiative dafür wird zwar prinzipiell vom Bezirk nicht abgelehnt, in der Praxis aber von der MA 19 - Stadtbildgestaltung bis jetzt verhindert und auch ohne Geldmittel gelassen.
  • Auch die von uns geforderte Überdachung der Fahrradabstellanlage am Kagraner Platz muss noch einige stadtgestalterische und finanzielle Hürden überwinden.
B) Mangelndes Bewusstsein für den Radverkehr in der praktischen Verkehrsplanung:
  • Die von Andrzej Felczak/ARGUS Transdanubien in engagierter Weise angebahnte flächendeckende Einbahnöffnung für den Radverkehr im Bezirk ist in letzter Zeit auch zum Stillstand gekommen. Es stehen noch immer 20 Einbahnen zur Überarbeitung an. Die zuständigen MagistratsbeamtInnen sind aber offenbar durch die zahlreichen Anträge unserer politischen Mitbewerberparteien für Erleichterungen des Autoverkehrs derart ausgelastet, dass der Radverkehr immer wieder zurückgereiht wird!
  • Weiterhin wird zur Schaffung von möglichst vielen Auto-Parkplätzen Schrägparken eingerichtet, ohne Rücksicht auf den Radverkehr zu nehmen. Beispiel: Mendelsohngasse in Kaisermühlen, wo das Radfahren gegen die Einbahn nach der Schaffung von Schrägparkplätzen trotz Protesten seitens Betroffener und von unserer Seite aufgehoben wurde
  • Straßenausbauten weiterhin ohne Rücksicht auf den Radverkehr: Prominentestes Beispiel sind die Arztgasse und die Dumreichergasse, zwei längere Verbindungsstraßen im Lobauvorland südlich von Aspern und Eßling, welche nach Kanalbauten völlig umgestaltet werden, mit nicht übermäßig zweckmäßigen, viel zu schmalen Gehsteigen auf beiden Seiten und einspurigen, als Einbahn geführten Fahrbahnen, welche in diesen kilometerlangen Gassen keinen Radverkehr gegen die Einbahn zulassen!
C) Absolute Visionslosigkeit für innovative und großzügigere Radverkehrs-Lösungen
  • Größere Projekte, welche aus dem Bezirksbudget finanziert werden müssen, wie z.B. eine Überbrückung der Hirschstettnerstraße entlang der Ostbahn bei der Zufahrt zum Gewerbepark Stadlau, zur Vermeidung der dort in jeder Beziehung neuralgischen Kreuzung, werden von der SPÖ völlig abgelehnt.

    Kreuzung Hirschstettner Straße/Marietta Blau-Gasse/Ostbahnweg: hier verläuft alles kreuz und quer, und FußgängerInnen und Radfahrerinnen müssen einen minutenlangen Umweg über drei Ampeln machen, so sie nicht in Lebensgefahr kommen wollen. Parallel zur Brücke der Ostbahn wäre sich ohne große Niveauunterschiede eine Rad/Fußwegbrücke (als Teil einer Nord-Süd-"Bezirksmagistrale") ausgegangen. Aber für so etwas ist vielleicht in Döbling ("Skywalk") oder in Kopenhagen Geld da, aber doch nicht bei uns in der Donaustadt!)

  • Die durch den bedauerlichen Tod von F.K. Effenberg 2005 und die Überforderung seiner Nachfolgerin 2006 bedingten Wechsel in der Bezirksvorstehung haben den Radverkehrsanliegen auch nicht gut getan.
  • Weitere größere Projekte wie die von uns geforderte Brücke über die Ölhafeneinfahrt im Zuge des Donauradweges (zur Vermeidung des stärkst Lkw-belasteten unguten Abschnittes mitten durchs Tanklager Lobau) sind sanft in den Schubladen der Verantwortlichen verschwunden. Wir Grünen werden uns dafür einsetzen, dass sie von dort wieder hinaus kommen.
Solange die SPÖ aber die absolute Mehrheit im Bezirk hat und somit allzu oft echte Aktivitäten für den Radverkehr durch intensiv verbreitetes Eigenlob ersetzen kann, ist das nicht ganz einfachÖ
Am Ende noch ein Wort zur immer wieder aufflackernden Diskussion um das sogenannte "Radrowdytum":
Ja, man muss ganz offen zugeben, dass die Straßenverkehrsordnung von vielen RadfahrerInnen öfters nicht eingehalten wird. Allerdings: Nicht anhalten an Zebrasreifen, Geschwindigkeitsübertretungen, Verparken von Schuleingängen und viele andere gefährliche Rücksichtslosigkeiten vieler AutofahrerInnen werden als Kavaliersdelikt betrachtet bzw. kaum jemals mehr geahndet. Im Gegensatz zum Blutzoll des Autos sind durch Radfahrer verschuldete Verletzungen selten, Todesfälle nicht existent! Die Straßenverkehrsordnung ist ein hauptsächlich auf das Auto abgestimmtes Regelwerk. Wer bräuchte z.B. Ampeln, wenn es keine Autos gäbe? Der legendäre, auf dem Gehsteig fahrende "Fahrradrowdy" ist im Übrigen meist kein sportlicher grün-alternativer Anarcho, sondern rekrutiert sich vielfach aus dem Kreis der älteren, sich auf der Fahrbahn nicht mehr ganz so sicher fühlenden VerkehrsteilnehmerInnen, oder aus Kindern mit Erwachsenen-Begleitung. Gerade diese haben ein Recht darauf, in der Verkehrsplanung berücksichtigt und nicht nur gemaßregelt zu werden!
Trotz allem: Je korrekter, rücksichtsvoller und vorbildlicher wir uns als RadfahrerInnen verhalten, desto leichter ist es auch, unsere - in Zeiten des teuren Öls, der Zivilisationskrankheiten und des Klimawandels eigentlich selbstverständlichen - Anliegen in einer nicht immer freundlich gesinnten Umgebung durchzubringen!
Und noch ein Internet-Tip: unter http://wien.gruene.at/radfalle können Sie wienweit Lücken und Gefahrenstellen (aber auch gute Beispiele!) im Radverkehrsnetz eintragen. Wir werden uns um Ihr Anliegen kümmern.
Dr.Gerald Pärtan
Bezirksrat der GRÜNEN Donaustadt Juni 2008
Tel. 0650-2209417
gerald.paertan@gruene.at
http://donaustadt.gruene.at

 

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Andrzej Felczak, 9. September 2008