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Autofahrersünden

In der Öffentlichkeit werden Radfahrer oft als rücksichtslose Rowdies dargestellt, die sich nicht um Gesetze scheren. Leider sind die Autofahrer in dieser Hinsicht um nichts besser. Der Sündenkatalog sieht zwar etwas anders aus, ist aber genauso lang.

Was jedoch beim Vergleich der Gesetzesübertretungen nicht berücksichtigt wird, sind die Folgen. Wenn ein Radfahrer sich nicht an die Verkehrsregeln hält und einen Unfall mit einem Auto verursacht, ist er fast immer selbst der Leidtragende.

Unfälle mit anderen nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern sind leider auch immer wieder zu beklagen. Wir appellieren an alle Radfahrer, Rücksicht zu nehmen. Derartige Unfälle verlaufen jedoch überwiegend glimpflich, meistens bleibt es bei Prellungen oder kleineren Wunden.

Autofahrer hingegen gefährden ihre Umwelt in einem weit grösseren Ausmass als sich selbst und die Folgen für die anderen Verkehrsteilnehmer sind oft Katastrophal, wie der Beitrag unten zeigt...

U1-Leopoldau: Autoraser demoliert Radständer

Im Juli 2007 raste ein BMW in den Radständer Thayagasse Höhe U1-Haltestelle Leopoldau.

Robert W., der kurz nach dem Unfall vorbeikam, machte Fotos. Er schildert den Vorfall folgendermaßen:

"Der Unfall passierte am Sonntag, den 15. Juli 2007 ca. um 18:30. Eine Augenzeugin schildere, dass ihr das Unfallauto mit einem Höllentempo entgegen kam. Sie sagte wörtlich: ""der hatte ja ungefähr 150 drauf, und ich machte eine Notbremsung, dann kam der BMW gewaltig ins Schleudern und rasierte das Geländer"".

Dass hier nicht mehr passiert ist, gleicht einem Wunder. Es waren zu diesem Zeitpunkt zum Glück keine Menschen an dieser Stelle unterwegs und nur wenige Fahrräder abgestellt.

Die Wucht des Aufpralls schleuderte auch Radständer- und Geländerteile auf die Treppe zum U-Bahn-Eingang, und man kann sich vorstellen was passiert wäre, wenn jemand von einem herunterfallenden "Wiener Bügel" getroffen worden wäre. Ein Glück, dass zu diesem Zeitpunkt keine S- oder U-Bahn ankam.

ARGUS: Hier sieht man deutlich was ein Autofahrer mit der Masse und der Geschwindigkeit seines Fahrzeuges alles anstellen kann! Der Schutzengel muss Überstunden gemacht haben, es wurden glücklicherweise keine Passanten verletzt.

Uns als Radfahrervertreter wird oft gesagt, wie gefährlich die Radfahrer für die Fußgänger sind. Wir finden jeder Unfall ist einer zu viel und verurteilen gefährliches Verhalten auf das Schärfste. Es ist aber rein aus Gründen der Physik dem Radfahrer nicht möglich so viel anzustellen, wie es dem Autofahrer möglich ist. Ein Auto mit 1.000 kg und 50 km/h hat viel mehr Zerstörungskraft als ein Radfahrer mit 100 kg und 15 km/h.

Wir meinen, dass mehr Radfahrer zu weniger Autos und somit insgesamt zu mehr Sicherheit für die Fußgänger führen. Die Voraussetzung sind natürlich geeignete Radfahranlagen, wo Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern minimiert werden.

Die Fotos von diesem Unfall in Druckqualität in unserer Fotogalerie

Schauen Sie sich auch die Bilder auf der Homepage der Wiener Berufsfeuerwehr an...

Gesetzesübertretungen der Autofaher

21. Jedlersdorfer Straße bei der Tempoanzeige 'Tempo 50'. Schnellfahren wird von fast allen Autofahrern als Kavaliersdelikt angesehen. Dagegen sprechen die vielen Unfälle, die wegen überhöhter Geschwindigkeit passieren.
21. Scheffelstraße, Kreuzung Floridusgasse. Illegales Radfahren gegen die Einbahn ist ein Delikt, das den Radfahrern oft angelastet wird. Dass dies kein "Privileg" der Radfahrer ist, zeigen eindeutig die Fotos.
21. Kahlgasse, Kreuzung Hinaysgasse. Dieser Autofahrer meinte wahrscheinlich, er sei mit dem Fahrrad unterwegs...
21. Siemensstraße, Nähe Unterführung Schnellbahn. Parken am Gehsteig oder am Radweg wird von vielen Autofahrern als Kavaliersdelikt angesehen. "Ich stehe nur kurz" ist die häufigste Ausrede. Dass sie die nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer behindern, sehen die wenigsten ein. Die Polizei ist in diesem Fall auch viel zu tolerant. Wir wären neugierig auf die Reaktionen der Autofahrer, wenn Fahhräder nur "ganz kurz" verkehrsbehindernd auf der Straße aufgestellt würden!
22. Kurve Klenaugasse/Meißauergasse. Der Streifen soll Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass Radfahrer gegen die Einbahn fahren dürfen, und bewirken, dass die Kurve nicht geschnitten wird.
22. Kurve Klenaugasse/Meißauergasse. Verparken von Radfahrstreifen. Durch das Verparken des Radstreifens zwingt ein rücksichtsloser Autofahrer die Radfahrer dazu, ausserhalb des Streifens zu fahren. Bei Gegenverkehr entstehen gefährliche Situationen.
21. Bessemerstraße. Das Parken zu nahe an der Kreuzung verschlechtert die Sicht und bringt ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich. Auch Radfahrer sind Leidtragende, weil sie von den Autofahrern schlechter gesehen werden. Hinter einem derartigen Lieferwagen ist der Radfahrer völlig unsichtbar.
21. Siemensstraße. Sehr viele Autofahrer wollen nicht wahrhaben, dass das Telefonieren am Steuer ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich bringt, und telefonieren in den schwierigsten Verkehrssituationen. Was überrascht, ist die hohe Zahl an Berufsfahrern, die keine Freisprecheinrichtung besitzen. Gerade sie als Vieltelefonierer sollten mit dieser risikosenkenden Maßnahme ausgerüstet sein! Auch hier ist die Polizei aufgerufen, mehr für die Einhaltung der Gesetze zu sorgen.
21. Brünner Straße bei der Schnellbahnunterführung. Das Geradeausgebot wurde eingerichtet, um Konflikte mit der Straßenbahn zu vermeiden. Das wollen manche Autofahrer nicht einsehen und ignorieren das Gebot.
Viele andere "Autofahrersünden" wie z.B. zu geringer Abstand beim Überholen, Schneiden u.s.w. konnten fotografisch nicht festgehalten werden, sind aber jedem Radfahrer bestens bekannt. Das rücksichtslose Verhalten der Autofahrer den Radfahrern gegenüber wird als Hauptgrund für die Meidung der Hauptstraßen angeführt.
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Andrzej Felczak, 30. April 2008